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Fat Shaming, Bodyshaming und Selbstwert - Frauen stehen mit verschränkten Armen in Unterwäsche zusammen.

Hinweis: Falls dir Hören Schwierigkeiten bereitet, haben wir den Podcast für dich verschriftlicht. Das Transkript findest du am Ende dieses Beitrags.

„Alter, ist die fett, ey.“ – Ein Satz, den niemand hören will und zu viele immer noch zu hören bekommen. 

Was genau ist Bodyshaming?

Hierbei handelt es sich um Fat Shaming, der häufigste Grund für Bodyshaming. Bodyshaming bedeutet, dass Menschen aufgrund ihres Aussehens von anderen abgewertet werden. Dabei können alle mögliche Merkmale einer Person betroffen sein, wie zum Beispiel die Sexualität, die Hautfarbe oder eben der Körper.

Bodyshaming lässt sich sowohl im realen Leben als auch im Internet finden. Hierbei kann es sich sowohl um kurze, provozierende Aussagen handeln als auch um bewusste Ausgrenzung und Mobbing.

Das Wort „Shaming” stammt aus dem Englischen und bedeutet, jemanden bloßzustellen und an den Prager stellen. Im Internet geht es hierbei vor allem abwerten und demütigen der jeweiligen Person. Beim „Fat Shaming“ bedeutet, zielen die diskriminierenden Aussagen und Handlungen auf das Übergewicht einer Person ab. 

Jules (eigentlich Julia) von SchönWild ist Content Creatorin und Plus-Size Model. Als Content Creatorin setzt sie sich mit ihrer Kampagne #RespectMySize dafür ein, Vorurteile und Diskriminierungen zu bekämpfen und hilft Menschen, unabhängig von der Größe, die sie tragen, selbstsicherer zu werden und sich so anzunehmen, wie sie sind. Dabei spricht sie auch offen über ihre Psychotherapie, die ihr dabei geholfen hat, selbstsicherer zu werden.

Hier bei uns berichtet sie über ihre eigene Geschichte und gibt Tipps im Umgang mit Fat Shaming, Mobbing und verinnerlichten Vorurteilen. Außerdem spricht sie darüber, wie wir mit Menschen, die einer marginalisierten Gruppe angehören, umgehen können und die Vereinbarkeit von Selbstsicherheit und Schwächen.

Hier kannst du das ganze Gespräch auf Spotify hören:

Wie kann man mit Bodyshaming umgehen?

Für Jules ist der erste und sehr wesentliche Schritt zu erkennen, dass wir selbst nicht das Problem sind, wenn wir gemobbt werden, an uns selbst zweifeln oder nicht weiter wissen. Sie sieht das Problem in den Strukturen, in denen wir alle aufgewachsen sind und sozialisiert wurden. 

Wir können uns klar machen, dass wir nicht alleine sind und es viele Menschen gibt, die an sich zweifeln. Hilfreich kann sein, sich mit anderen auszutauschen, denn dabei stellen wir oft fest, dass wir mit unseren Sorgen nicht allein sind. 

Außerdem spielt die Social Media Nutzung eine wichtige Rolle. Für viele von uns ist Social Media ein großer Teil des eigenen Lebens. Doch spiegeln die Accounts, denen du folgst, auch deine eigene Realität wider? Anstelle von Schönheitsfiltern können Realitätsfilter bzw. -checks helfen, uns vor Augen zu führen, dass viele Beiträge keine realitätsnahen Eindrücke der Personen zeigen.

Falls du merkst, dass manche Accounts Vergleiche in dir hervorrufen bzw. deren Betrachtung dazu führt, dass du dich schlecht fühlst, kannst du diesen entfolgen. Denn sonst füttern wir unsere Tendenz, uns mit künstlich erschaffenen, unrealistischen Lebenswelten zu vergleichen, nur weiter. Doch der einzige Mensch, mit dem du realistische Vergleiche ziehen kannst, bist du selbst. Bei diesem Vergleich kannst du erfahren, welche Fortschritte du gemacht hast – ein Vergleich, bei dem du Gewinne erzielen kannst. 

Frag dich außerdem mal:

Wie sprichst du mit dir selbst?

Oft versuchen wir, unsere Freund:innen aufzumuntern, wenn es ihnen schlecht geht. Doch sobald es um uns selbst geht, reden wir mit uns, als ob uns unsere Feind:in gegenübersteht. Versuche mal, deine Selbstgespräche zu beobachten und zu schauen, ob du sie noch freundlicher gestalten kannst. 

Jules macht dabei auch Mut, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn wir unter den Folgen von Bodyshaming leiden oder generell nicht weiter wissen. Denn genau dafür sind Therapeut:innen da. Für sie war es eine unglaubliche Entlastung offen, in einem neutralen Raum über ihre Erfahrungen zu sprechen und zu schauen, woher die eigenen Gedanken kommen.

Wie du Selbstsicherheit und Schwächen vereinbarst

Wenn wir über unsere Schwächen reden, stellen wir diese meist als Gegensatz zur Selbstsicherheit dar. Wir sind selbstbewusst, „aber“ gehen zur Therapie. Dabei ist es in sich gar kein Widerspruch. Wir selbst schaffen es nur oft nicht, beides in uns anzunehmen. 

Wie fühlt es sich an, wenn du laut „Ich bin selbstbewusst und gehe zur Therapie“ sagst?

Für viele erstmal ungewohnt. Gleichzeitig spiegelt es die Situation: Auch starke Menschen sind manchmal schwach, unsichere Menschen können mutig sein. Wir alle haben Eigenschaften, die teils nicht zueinander passen und erst alle zusammen bilden die Ganzheit einer Person, ihr Und. Wir können sehr schlau sein und machen manchmal Fehler. Wir können konzentriert sein und ADHS haben, wie zum Beispiel Jules. 

Falls du zur Zeit selbst den Verdacht hast ADHS zu haben, kannst du in unserem Magazinbeitrag „Können wir ADHS als Erwachsene bekommen?” erfahren, woran wir ADHS erkennen können und was ADHS eigentlich genau ist. 

Probier auch mal, wie es sich anfühlt, demnächst eher ein Und statt eines Abers zu verwenden, wenn du über deine vermeintlichen Schwächen redest.

Tipps für den Umgang mit Menschen, die anders als ich sind

Wir begegnen vielen verschiedenen Menschen in unserem Leben. Oft auch Menschen, die wir als herausstechend, besonders oder eben „irgendwie anders“ bezeichnen würden. 

Vielleicht fragst du dich manchmal, wie du am besten mit ihnen umgehen kannst. Jules und Diana haben im Gespräch ein paar Tipps ausgetauscht, die wir hier aufbereiten: 

  • Am besten: Fragen stellen!
    Wenn wir nicht wissen, wie wir mit Menschen umgehen oder sie ansprechen sollen, ist es immer hilfreich, dies offen zu fragen (wie Kinder es auch tun).
  • Verhalte dich wertschätzend und respektvoll.
    Aufgeschlossen und offen fragen ist gut, Fragen, die nur deine Meinung bestätigen sollen, können schnell nerven oder verletzen. 
  • Mach deine Hausaufgaben.
    Wenn möglich, informiere dich vorab zu erwünschten Verhaltensweisen und setz dich mit diesen auseinander. Fachstellen geben Informationen zu diversen Merkmalen unserer Gesellschaft. Nicht jeder Mensch, der einer marginalisierten Gruppe angehört, möchte kostenlose Bildungs- und Aufklärungsarbeit leisten.
  • Mach den Selbstcheck.
    Oft äußern Menschen ungefragt ihre Meinung in dem Glauben, es nur gut zu meinen. Viele von uns sind gleichzeitig sehr verletzlich. Frag dich z.B. wie es dir damit gehen würde, wenn dich jemand auf eine Körperstelle oder Eigenschaft anspricht, mit der du selbst nicht zufrieden bist oder auf die alle dich ansprechen. 

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, woher Jules ihre Selbstsicherheit auch in herausfordernden Situationen nimmt und noch weitere Tipps für den Umgang mit verinnerlichten Vorurteilen und Bewertungen bekommen möchtest, höre rein in „Die Aufwärtsspirale”. Entweder auf Spotify:

Oder im Video:

Weiterführende Informationen

Das Buch „#RespectMySize: Wie ich lernte, mich selbst zu lieben und gegen Vorurteile zu kämpfen“: Zur Buchseite

Der Podcast „#RespectMySize: Zu Spotify (auch auf anderen Plattformen zu hören)

Bayerisches Jugendrotkreuz: Zum Artikel über Bodyshaming

DAK Gesundheit - Fat Shaming: Zum Artikel über Bodyshaming

Fachstelle Gender & Diversität NRW: Vielfältige Informationen zu Diversität und zum Umgang mit Menschen, die anders sind als wir selbst

Netzwerk IQ: Informationen der Fachstelle interkulturelle Kompetenzentwicklung

Download: Transkript

Wenn dir Lesen leichter fällt als Hören,
kannst du hier das Transkript der Folge runterladen.

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