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Ein Interview mit Anna Rehwinkel über das ganz normale Verrücktsein.

Was heißt eigentlich verrückt sein und ab wann ist man verrückt? Ich mag es Wörter auseinander zu nehmen. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut wie Anna Rehwinkel, Psychotherapeutin und Oberärztin in Norddeutschlands größten psychiatrischen Klinik, das Wort verrückt in dem Interview erklärt. Ändert man nur ein kleines Detail im Wort ver-rückt, etwas im Leben hat sich ver-rückt, wirkt es schon gar nicht mehr so groß, heißt es doch nur, dass sich etwas verändert, also verrückt hat.

„Wir haben ein Bild im Kopf von einem normalen Menschen, der nicht existiert. Der Mister oder Frau Normalo, der existiert nicht. Wir haben dieses Bild im Kopf, weil die Gesellschaft uns sagt, dass wir dieses Bild verfolgen müssen.“

Reden wir über das Thema „verrückt sein“, kommen wir nicht drumherum auch die Normalität in Augenschein zu nehmen. Was ist eigentlich normal? Bin ich normal? Rehwinkel sagt dazu, dass es dieses normale Bild, welchem wir so fleißig nachstreben, nicht gibt. Es ist vielmehr ein gesellschaftliches Bild, dem wir nacheifern und was uns manchmal an unsere Grenzen bringt. Das gesellschaftliche Bild ist so in uns verankert, dass es zu einem Selbstbild wird.

„Viele dieser Menschen haben einen sehr hohen Leistungsanspruch, einen sehr hohen Anspruch an sich selbst.“

Umso höher dieser Anspruch ist, desto schwieriger wird es herauszufinden wer wir sind und wie man sich definieren will. Scheitern wir an dem Anspruch, ist oft ratsam, sich professionelle Unterstützung zu suchen. Hierbei ist es wichtig dir bewusst zu machen, welche Hilfe du benötigt und wo sie zu finden ist. Rehwinkel empfiehlt dazu, ein klärendes Gespräch in einer Ambulanz zu suchen. So individuell wie die Angebote zur Hilfe sind, so individuell sind auch die Bedürfnisse bzw. der Leidensdruck. Als Leitlinie nennt sie die drei häufigsten Therapieansätze in Deutschland:

  • Die Psychoanalyse
  • Tiefenpsychologie
  • Verhaltenstherapie


Für sich zu erkennen, wann es soweit ist, dass wir sich jemand  Hilfe suchen sollte, ist nicht einfach. So sagt Rehwinkel, wenn das Gefühl der Antriebslosigkeit und Emotionslosigkeit über zwei Wochen andauert, dann sei der Zeitpunkt erreicht, sich Hilfe zu suchen. Wichtig sei zu verstehen, dass es uns nicht konstant gut geht. Menschen schwingen und sind eben nicht immer gut drauf. Es gibt gute Phasen und es gibt weniger gute Phasen, welche es zu akzeptieren gilt.

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