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Welchen Einfluss hat die Stimme auf unsere Psyche?

Ist dir in einem Streit, bei einem Vortrag oder in irgendeiner anderen stressigen Situation schon mal die Stimme weggeblieben? Oder kennst du das Gefühl, wenn du eine Stimme als anstrengend wahrnimmst?  All das sind Situationen und Phänomene, mit denen sich Ina Kimmel als Logopädin auseinandersetzt. Sie hilft außerdem trans Personen bei der Veränderung der Höhe ihrer Stimme. Kimmel beschreibt die Stimme als interessantes Konstrukt. Dabei können wir uns als erstes fragen: 

 

Was bestimmt den Klang unserer Stimme? 

Du erinnerst dich an die eben beschriebene, anstrengend klingende Stimme. 

Ina Kimmel beschreibt drei Einflussfaktoren auf den Klang unserer Stimme: 

 

1.     Die Atmung 

2.    Der Kehlkopf mit den Stimmbändern

3.    Der Nasen-, Rachen, und Mundraum als Resonanzkörper

 

Vieles bezüglich des Klangs der Stimme ist genetisch bedingt. So entscheidet die Anatomie des Kehlkopfes, ob du eine tiefe oder hohe Stimme hast. Die Anatomie der Resonanzräume, damit sind Rachenraum, Zunge, Zahnstellung etc. gemeint, hat ebenfalls einen Einfluss auf die Klangfarbe deiner Stimme. Du kannst die Beschaffenheit deines Kehlkopfes und der Stimmbänder zwar nicht ändern, aber durch gezieltes Training der relevanten Muskeln und deiner Atmung, kannst du die Klangfarbe deiner Stimme durchaus beeinflussen. Ist dir zum Beispiel mal aufgefallen, dass du leiser redest, wenn du nervös wirst? 

 

Warum bleibt uns bei Nervosität die Stimme weg? 

Du kennst vielleicht schon einige körperliche Symptome von Nervosität: Deine Hände fangen an zu schwitzen oder dir wird plötzlich kalt. Du atmest schneller oder die Knie fangen an zu zittern. Diese Symptome haben auch Auswirkungen auf den Resonanzkörper. Wenn du sehr nervös bist und deswegen deine Knie und vielleicht auch dein Brustkorb anfangen zu zittern, wird deine Atmung in der Regel auch flacher. Wie wir oben schon gelesen haben, ist die Atmung ein Einflussfaktor für die Klangfarbe deiner Stimme: Die flache Atmung, zusammen mit den anderen Symptomen, sorgt dafür, dass deine Stimme eher leiser und hektischer wird. Verstärkt werden kann das alles von dem Phänomen der sich selbsterfüllenden Prophezeiungen. Damit ist der Einfluss unserer Erwartungshaltung auf tatsächliche Geschehnisse durch unsere (teils unbewussten) Verhaltensweisen gemeint. Beispielsweise könnte es sein, dass du vor einem Gespräch der Überzeugung bist, dass du der Gesprächssituation nicht gewappnet bist, vielleicht aufgrund vorheriger Erfahrungen. Kommt es dann zu dem Gespräch, kann diese Erwartungshaltung die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass dieser Fall tatsächlich eintrifft - obwohl du eigentlich super vorbereitet warst. Es bleibt die Frage, was wir tun können, wenn uns die Stimme – aus welchen Gründen auch immer – mal wegbleibt.

Hier kannst du die Folge auf Spotify hören

5 Tipps, was du tun kannst, wenn dir die Stimme wegbleibt.

 1.     Scharfes vermeiden 

Wenn du eine belegte Stimme hast und dir daraufhin mit Pfefferminzöl eine Linderung verschaffen möchtest, rät Ina Kimmel davon ab. Alles, was scharf ist, schädigt eher die Schleimhäute der Stimmbänder. 

 

2.     Ausweichen auf Salbei Bonbons oder Emser Salz

Salbei Bonbons und Emser Salze befeuchten die Schleimhäute und unterstützen damit, besonders bei sehr hohen Temperaturen, die Befeuchtung der Schleimhäute. 

 

3.     Viel trinken

Ähnlich wie bei den Bonbons gehört zu einer guten Stimmhygiene, dass wir viel trinken, um die Schleimhäute in Mund- und Rachenraum zu befeuchten. 

 

4.     Muskelentspannung rund um den Kehlkopf 

Gerade wenn wir viel am Laptop sitzen, gewöhnen wir uns schnell eine ungesunde Haltung an, zum Beispiel eine Überstreckung des Halses. Damit die Muskulatur rund um den Kehlkopf schön entspannt sein kann, sollten wir darauf achten, den Hals nicht in Richtung des Bildschirms zu überstrecken. 

 

5.     Warm einpacken 

Wenn der Hals warm eingepackt ist, können sich die Gefäße weiten und die Schleimhäute werden besser durchblutet. 

 

Bleibt nur die Frage, wie wir mit kleinen Angewohnheiten umgehen können, die sich langsam über die Jahre so eingeschlichen haben. 

 

Wie können wir mit Sprechfehlern umgehen? 

Vielleicht kennst du es selbst, dass dein Gegenüber häufig Füllwörter wie „Ähm“ verwendet oder immer wieder „Ich sag mal so“ sagt. Anfangs finden wir es vielleicht noch amüsant, aber nach einer Zeit kann es uns auch auf die Nerven gehen. Was tun, wenn du feststellst oder zurückgemeldet bekommst, dass du selbst häufig Füllwörter verwendest? Ina Kimmel sagt dazu, dass das Verwenden von Füllwörtern sehr hartnäckig und gar nicht so einfach abzutrainieren sei. Sie empfiehlt kleine externe Hilfestellungen durch das private Umfeld - denn meistens bemerken wir selbst gar nicht, wie oft wir sie verwenden. Hilfreich kann es deswegen sein, ein:e Freund:in um einen kleinen Hinweis zu bitten, wenn wir das Füllwort wieder verwendet haben. Wenn dich jetzt noch interessiert, was die Phoniatrie ist und wie Ina Kimmel auf ihre eigene Stimme aufpasst, dann komm mit in „Die Aufwärtsspirale“. 

 

Weiterführende Informationen

Lang, A. & Saatweber, M. (2020). Stimme und Atmung: Kernbegriffe und Methoden des Konzeptes Schlaffhorst-Andersen und ihre anatomisch-physiologische Erklärung (3. Aufl.). Schulz-Kirchner. 

Tesche, B. (2012). Stimme und Stimmhygiene: Ein Ratgeber zum Umgang mit der Stimme (Ratgeber für Angehörige, Betroffene und Fachleute) (3. Aufl.). Schulz-Kirchner. 

https://www.dbl-ev.de/service/logopaedensuche 

https://taz.de/Stimmtraining-fuer-trans-Frauen/!5617877/ 

Download: Transkript

Wenn dir Lesen leichter fällt als Hören,
kannst du hier das Transkript der Folge runterladen.

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