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Ist Scheitern schlimm? Warum Niederlagen wichtig sind

Scheitern tut weh – das findet auch die Entrepreneurin und Innovatorin Valerie Mocker. Machen wir uns nichts vor: Das tut es wirklich. Ein Strudel aus unzähligen Gedanken und Fragen geht  uns durch den Kopf. Was habe ich falsch gemacht? Warum bin ich gescheitert? War ich nicht gut genug? Bin ich nicht genug? Habe ich nicht alles gegeben? 

Ist Scheitern schlimm?

Scheitern ist wichtig, heißt es. Im Moment des Scheiterns fühlt es sich nur einfach nicht so an. Doch Valerie Mocker findet, dass Mut und Scheitern nur zusammen gehen. „Valerie Mocker hat leicht reden, ist sie doch als Europe's 40 under 40 leaders ausgezeichnet”, könnten wir jetzt denken. 

Was ist also dran am Scheitern? Wie gehen bereits erfolgreiche Menschen mit Scheitern um? Das hat sich Diana ebenfalls gefragt und Valerie Mocker in „die Aufwärtsspirale” eingeladen. 

Hier kannst du die ganze Folge auf Spotify hören:

Was ist „gescheitert?“ – Scheitern im Leben

Valerie stellt ganz am Anfang klar: Scheitern lässt sich nicht vermeiden. Jede:r wird im Leben an irgendeinem Punkt scheitern. Es ist nur die Frage, wann wir scheitern und wie schnell wir wieder hochkommen. Wie in so vielen Dingen, wird es einfacher, wenn wir uns destruktive Denkmuster bewusst machen und uns davon lösen. Dabei ist eine spannende Frage: Was macht Scheitern eigentlich so schlimm? Valerie untergliedert den Schmerz beim Scheitern in drei Kategorien:

  1. Der Schmerz um die Angst davor, was andere über uns denken. 
  2. Der Schmerz um die Angst davor, was wir selber über uns denken. 
  3. Der Schmerz um die Sache (das Projekt) selbst. 

Was mögen nur andere von mir denken, wenn ich das Projekt in den Sand setze? „Schwach, inkompetent und dem Beruf nicht gewachsen“, könnten die Antworten lauten. Vielleicht ist das eines der größten Probleme, zumindest in der Scheiterkultur Deutschlands. In Amerika zum Beispiel, funktioniert das Mindset etwas anders: Mut und Courage, Neues zu wagen, werden zelebriert - da verliert der eigentliche Akt des Scheiterns an Gewichtungen. Brené Brown greift das in ihrem beliebten TED-Talk „Die Macht der Verletzlichkeit“ sehr schön auf. 

Erfolgreich scheitern: Fehler annehmen und weitermachen

In der deutschen Gründerszene werden „Fuck up Nights“, Abende an denen Gründer:innen sich ihre Geschichten des Scheiterns erzählen, immer beliebter. Unser Blick auf die Situation ist auch beim Scheitern sehr bedeutsam. Das bestätigt auch Mocker und findet ihre Sorge, dass niemand mehr mit ihr zusammenarbeiten möchte, war „totaler Quatsch, im Nachhinein”. Am Ende sind wir immer schlauer. Doch was können wir tun, wenn wir uns mitten im Sturm befinden? 

Was tun wenn man gescheitert ist? 

Für Valerie stellt sich nicht die Frage, ob wir scheitern, sondern wann und wie schnell wir wieder auf den Beinen stehen. Wieder auf die Beine kommen, das kann mitunter gar nicht so einfach sein. Auch für diesen Fall hat Valerie zwei gute Tipps für uns: 

  1. Failure Letter

Entweder schreibst du einen Brief an dich selber oder du bittest, wie Valerie, jemanden aus deinem näheren Umfeld, einen Brief an dich zu schreiben. Der Brief soll dir Mut machen, dich empowern, in Momenten, in denen du nicht mehr an dich glauben kannst, weil dein Vorhaben gescheitert ist. 

  1. Frage nach Feedback 

Im Moment des Scheiterns fällt es uns schwer zu sehen, was wir trotz des Scheiterns alles auf die Beine gestellt haben. Wenn wir scheitern heißt es nicht, dass alles sinnlos war. Auf dem Weg dahin haben wir auch einiges geschafft und gelernt. Das können wir in der Situation vielleicht nicht sehen. Außenstehende, die an dem Projekt beteiligt waren, dafür meistens umso mehr. Vielleicht kannst du sie das nächste Mal einfach fragen.

Natürlich ist Scheitern mit sehr viel innerlicher Unruhe verbunden. Verschiedenste Emotionen und Gedanken prasseln auf dich ein und du fühlst dich angespannt. Vielleicht kann dir auch das Skillstraining helfen, um einen Teil der Anspannung loslassen zu können. 

Wie werden wir erfolgreich?

Valerie ist eine erfolgreiche Frau und gehört damit zu „Europe's 40 under 40 leaders”. Im Interview mit Diana erzählt sie ihren Weg zu diesem Erfolg und sagt: „Das schaffst du nicht alleine”. Wir brauchen Unterstützung auf unserem Weg zum Erfolg. Valerie hat sich über die Jahre ein Netzwerk aus Wingwomen (und Wingmen*) aufgebaut, mit denen sie sich gegenseitig unterstützt. Für sie sind es Menschen, die all ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit ihr teilen und sie supporten, wenn sie mal durch ein dunkles Tal geht. Sie helfen dabei, nicht die gleichen Fehler zu machen wie sie selbst. Es ist eine Art Vereinbarung füreinander da zu sein, sich zu stärken, wo andere Menschen aus deinem Umfeld vielleicht sagen, dass sie ein solches Vorhaben für absolut unrealistisch halten. Mit ihrer Plattform Wingwomen.org möchte sie andere Frauen unterstützen und inspirieren.

„Scheitern“ ist, was du draus machst

Manchmal entscheiden wir uns eine Richtung einzuschlagen, die sich dann plötzlich nicht mehr richtig anfühlt. Wenn du zum Beispiel gerade in einem Job steckst, der dich nicht erfüllt, empfehlen wir dir die Geschichte „Ich habe gekündigt ohne zu wissen, wie es weitergeht.“ von Wojtek Gorecki. Psychologisch und emotional fühlt es sich besser an, selbstbestimmt zu agieren statt fremdbestimmt zu reagieren. Fehler machen wir alle. Wie wir damit umgehen, entscheiden wir selbst.

Valerie hat auch einen TED-Talk zum Thema Selbstbestimmung gehalten, welchen wir dir sehr ans Herz legen. 

Wenn du jetzt noch mehr über Valerie erfahren willst, über ihren Weg und wie sie mit dem Scheitern umgegangen ist, dann komm mit in „Die Aufwärtsspirale”.

Weiterführende Informationen 

Kunert, S. (2016). Failure Management. Ursachen und Folgen des Scheiterns. Berlin, Heidelberg: Springer. DOI 10.1007/978-3-662-47357-3. Online verfügbar unter https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/978-3-662-47357-3.pdf

Rüdiger, M., Schütz, A. (2014). Das Selbst, wenn es scheitert. In: Scheitern – Ein Desiderat der Moderne? Wiesbaden: Springer Fachmedien. Zu beziehen über https://www.springerprofessional.de/das-selbst-wenn-es-scheitert/2580110

Morgenroth, O., & Schaller, J. (2010). Misserfolg und Scheitern aus psychologischer Sicht. Scheitern: Die Schattenseite des Daseins. 9-30. Online verfügbar unter https://www.researchgate.net/profile/Olaf-Morgenroth/publication/305463222_Misserfolg_und_Scheitern_aus_psychologischer_Sicht/links/578f916408ae81b44671d0bf/Misserfolg-und-Scheitern-aus-psychologischer-Sicht.pdf

Wege, J. (2015). Aus Schaden klug werden–vom Umgang mit Scheitern aus einem prekären Milieu. Online verfügbar unter https://www.amalie-mannheim.de/uploads/publikationen/Wege_Julia_2015_Aus_Schaden_klug_werden_vom_Umgang_mit_Scheitern_aus_einem_prekaeren_Milieu.pdf

Pépin, C. (2017). Die Schönheit des Scheiterns. Kleine Philosophie der Niederlage. Aus dem Französischen von Caroline Gutberlet. Hanser, München. Zu beziehen über https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-schoenheit-des-scheiterns/978-3-446-25669-9/ 

Hardford, T. (2012). Trial and Error - Warum nur Niederlagen zum Erfolg führen. Rowohlt Verlag.

„Die Kunst des Scheiterns“ auf Zeit.de

https://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/04/kunst-scheitern-fehler-machen 

Download: Transkript

Wenn dir Lesen leichter fällt als Hören,
kannst du hier das Transkript der Folge runterladen.

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