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Noch einmal kurz Wiebke bei WhatsApp antworten und ach, wo ich gerade am Handy bin, direkt mal schauen was es Neues bei Instagram gibt. So schnell können 30 Minuten am Smartphone vergehen, ohne dass wir es merken. Auf die Woche betrachtet summiert sich unsere Handyzeit, in der wir uns von der realen Welt abkoppeln. In der heutigen Folge „Die Aufwärtsspirale“ schaut Diana zusammen mit Prof. Dr. Sabrina Krauss genauer hin und versucht Fragen zur Handyzeit und zur Identitätsentwicklung zu klären. Eine Frage, die viele beschäftigt:

Wie viel Handyzeit ist normal?

Wir versuchen zwar gerne das Schema F bei vielen Themen anzuwenden, dies sei bei der Handyzeit aber nicht möglich, so Krauss. Welcher Rahmen gesund ist und was zu viel ist, hängt von vielen Faktoren ab. Sonntags sind wir mehr dazu geneigt durch Social Media zu scrollen als an anderen Tagen. Benutzen wir beruflich unser Handy, als Social Media Manager zum Beispiel, geht dadurch natürlich auch die Bildschirmzeit nach oben. Um es allgemeiner zu formulieren, sagt Krauss, wenn uns das Handy von Dingen, wie einem wichtigen Meeting, ablenkt, sei das eher ungünstig. Eine Kernfrage für viele Eltern ist:

 

Wie viel Zeit verbringen Kinder am Handy?

Krauss differenziert in dem Kontext klar zwischen Handynutzung allgemein und die Nutzung von sozialen Medien. So habe eine Studie ergeben, dass 12-14-jährige Jugendliche mehr Zeit in den sozialen Medien verbringen als 30 jährige Erwachsene. Außerdem fällt es Jugendlichen schwerer reflektiert mit der Handnutzung umzugehen. Sie sind sich über die Auswirkungen nicht im Klaren. Wohingegen Erwachsene schon eher definieren können, was zu viel Zeit am Handy bedeutet. Über die Gefahren von Social Media wurde unlängst zahlreich in den Medien diskutiert und aufgeklärt.

 

Kann Social Media auch positive Effekte bei Jugendlichen haben?

Krauss fasst zusammen, dass Social Media auch positive Effekte auf die Identitätsfindung haben kann. Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren können sich dort ein direktes Feedback abholen, was dazu beitragen kann, eine Identität zu entwickeln. Schauen wir jedoch auf den Faktor Selbstwert, mahnt Krauss auch hier zur Vorsicht. Ein Selbstwert, der auf Likes und Kommentaren in Social Media basiert, also auf das Feedback von anderen angewiesen ist, ist ein fragiler Selbstwert. Bricht die Komponente Social Media aus irgendwelchen Gründen weg, könne sich dies auf die Stimmung auswirken. Generell fehlt es Jugendlichen oft an Bewusstsein für die negativen Folgen von Social Media. Das Internet vergisst nicht, wenn ein Foto einmal verbreitet wurde. Hier müssen Erziehungsberechtigte oder Einrichtungen dringend für mehr Aufklärung sorgen. Eine weitere Frage, die Diana und Krauss beschäftigt ist:

 

Was dürfen wir auf Social Media Posten?

Die Frage der Fragen seit es Social Media gibt. Was darf ich posten? Dürfen Eltern Fotos von ihren Kindern ohne deren Zustimmung posten? Wie frage ich ein 3-jähriges Kind nach der Zustimmung? Ist es ok das Haustier zu verkleiden und ein Bild davon bei Facebook zu veröffentlichen? Für diese Sachverhalte gibt es praktische keine Regularien oder Studien, welche die Folgen beleuchten. Verfolgen wir die Debatte über die Inhalte, die gepostet werden, wird das Thema sehr kontrovers diskutiert. Die einen posten Bilder von den Kindern ohne es zu hinterfragen und die anderen wettern dagegen. Tierschutzorganisationen mahnen vor Tierquälerei, wenn Tiere für das Internet verkleidet werden und andere färben das Fell von Hunden pink, damit es auf dem Foto schöner aussieht. Es bleibt uns und unserem moralischen Kompass überlassen, was wir für richtig oder falsch halten bzw. was wir posten und was nicht.

 

Welcher Konsum von sozialen Medien ist gesund?

Studien haben gezeigt, dass die Nutzung von sozialen Medien negative Auswirkungen auf unser Wohlbefinden hat. Meist erhoffen wir uns dann eine Flucht aus der Realität und lenken uns mit dem gebotenen Content ab. Genau da liegt die Gefahr. Wenn wir ohnehin emotional angeschlagen sind und dann mit der heilen Instagram-Schein-Welt konfrontiert werden, kann das negative Gefühl verstärkt werden. Krauss vergleicht es mit dem Konsum von Alkohol. Ein bisschen Alkohol kann Spaß machen, zu viel kann gefährlich werden. Es ist wichtig, soziale Medien nicht nur zu konsumieren, sondern den Konsum zu reflektieren und im Auge zu behalten. Vielleicht lernen wir mal wieder für einen Moment aufkommende Langeweile einfach Langeweile sein zu lassen und diese auszuhalten. Langeweile kann durchaus inspirierend sein. Wenn du mehr zu dem Thema "Langeweile und die Psychologie der Langeweile" erfahren willst, empfehle ich dir den Artikel von Prof. Dr. Sabrina Krauss dazu: Die Psychologie der Langeweile

Weiterführende Informationen

Shakya, H. B. and Christakis, N. A. (2017). Association of Facebook Use With Compromised Well-Being: A Longitudinal Study. American Journal of epidemiology. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28093386/ (zuletzt aufgerufen am 31.01.2022)

(2016). The interplay between Facebook use, social comparison, envy, and depression. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352250X15002535 (zuletzt aufgerufen am 31.01.2022)

(2015). Self-comparisons as motivators for healthy behavior. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26465785/ (zuletzt aufgerufen am 31.01.2022)

(2014). How does online social networking enhance life satisfaction? The relationships among online supportive interaction, affect, perceived social support, sense of community, and life satisfaction. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0747563213002926 (zuletzt aufgerufen am 31.01.2022)

Feinstein, B. A., Hershenberg, R., Bhatia, V., Latack, J. A., Meuwly, N., & Davila, J. (2013). Negative social comparison on Facebook and depressive symptoms: Rumination as a mechanism. Psychology of Popular Media Culture, 2(3), 161–170. https://doi.org/10.1037/a0033111 (zuletzt aufgerufen am 31.01.2022)

Social ties and mental health: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3455910/ (zuletzt aufgerufen am 31.01.2022)

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