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Stell dir vor, du bekommst eine Krankheitsdiagnose. Eine, die dir Angst macht, dass dein Leben bedroht ist. Von heute auf morgen wirst du aus dem Leben gerissen. Während für dich die Zeit stehen bleibt, geht für die anderen das Leben ganz normal weiter. Plötzlich wird der Alltag von Ärzt:innenbesuchen, Vitalwerten, Therapien und Überlebenschancen bestimmt. Eine kräftezehrende Zeit für Betroffene und Angehörige, in der die Angst oftmals zu einem ständigen Begleiter wird. Wie können wir mit so einer Situation umgehen? Madeleine Hofmann hat ihre Krebsdiagnose kalt erwischt und sie teilt heute ihren Weg in „Die Aufwärtsspirale“. 

„Sie haben Krebs“ – der erste Schock 

Schlechte Nachrichten sind oft ein Schock. Dann stellt sich uns die Frage, wie wir mit der Situation umgehen können. Stark sein für uns selbst, stark sein für die Angehörigen. In solch einer Situation kommen viele Emotionen zusammen.

Madeleine hat sich nach der Diagnose wie in einem Film gefühlt, den sie sich als Zuschauerin ansieht. Morgens wachte sie mit den Gedanken auf: „Das passiert mir jetzt gerade nicht“. Sie beschreibt es als eine Art von Trance-Zustand, in dem sie auch nicht mehr in der Lage dazu war, sich Dinge zu merken. Was an einem Tag von Ärzt:innen gesagt wurde, war am nächsten Tag vergessen. In der darauffolgenden Zeit beschreibt sie ihre Emotionen als Schübe. Fragen wie: „Rentiert sich das überhaupt, was ich hier mache? Für wie lange muss ich das machen?“ waren sehr präsent. Wenn wir in solch intensiven emotionalen Zuständen gefangen sind, kann die Methode des Notfallkoffers aus dem DBT Skillstraining helfen. 

Höre jetzt ins ganze Gespräch auf Spotify:

Was sagt man zu einem krebskranken Menschen?

Sehr wichtig ist in dieser turbulenten Zeit ein unterstützendes Umfeld. Doch meist fällt uns der Umgang mit Menschen, die eine Krebsdiagnose erhalten haben, nicht leicht. Oftmals sind wir in unserem eigenen Gefühlschaos gefangen und haben selbst Angst – um die betroffene Person, um andere Menschen, die uns wichtig sind und um uns selbst. Tipps zum Umgang mit Angst in nur bedingt kontrollierbaren Situationen gibt der psychologische Psychotherapeut Martin Widemann. 

5 Tipps wie wir Menschen mit einer Krebsdiagnose begegnen können

Sobald wir uns von unseren eigenen Emotionen lösen, können wir uns mit unseren Werten verbinden. Viele Menschen wollen nahestehenden Personen gern fürsorglich begegnen. Fünf Tipps, diesen Wert zu leben, sind:

 

1.     Fragen, Fragen, Fragen: Wie kann ich dich unterstützen?  

2.     Grenzen respektieren.

3.     Die Diagnose nicht herunterspielen.

4.    Die eigenen Ängste nicht bei der betroffenen Person abladen. 

5.     Keine gut gemeinten Ratschläge verteilen. 

 

Eine Krebsdiagnose ist auch für Angehörige überfordernd – das steht außer Frage. Gleichzeitig wünschen sich viele Betroffene, dass ihre Angehörigen sich nicht aufgrund dieser Überforderung oder der Angst, etwas Falsches zu sagen oder zu machen, zurückziehen. Was wir als Angehörige tun können, ist diese Unsicherheit offen zu kommunizieren und die betroffene Person einfach zu fragen, wie wir sie unterstützen können. 

Krebskranken Kraft geben

Fokussiere dabei auch vermeintlich kleine Dinge wie nachmittags etwas zu essen vorbeizubringen, wenn morgens eine Behandlung war. Kleine Aufmerksamkeiten, die den Alltag erleichtern. Wichtig ist es hierbei, Grenzen einzuhalten und zu respektieren, die von der kranken Person gesetzt werden. Du solltest niemandem deine Hilfe aufzwingen, wenn sie aktuell nicht benötigt oder gewünscht ist. Wenn wir uns bewusst machen, wie schwer es uns fällt, uns schwach und verletzlich zu zeigen, können wir uns als Angehörige besser einfühlen und Krebskranken dabei helfen, sich auch schwach oder traurig zeigen zu können. Ein wichtiger Grundstein dafür ist es, die Diagnose und deren Konsequenzen als Angehörige nicht herunterzuspielen. 

 

Wie geht es Betroffenen bei einer Chemotherapie? 

Madeleine erzählt, dass sie ein klares Bild vor Augen hatte, wenn sie an eine Chemotherapie dachte: ein kraftloses dahinvegetieren. Während ihrer Chemotherapie stellte sie dann fest, dass die Realität diesem Bild für sie nicht entsprach. Hierbei betont sie, dass die Auswirkungen der Behandlung sehr individuell sind. Ihr wurde oft übel obwohl ihr gesagt wurde, dass Übelkeit keine Nebenwirkung sei. Zu Beginn der Behandlung konnte Madeleine ihr Leben noch ähnlich wie zuvor gestalten. Arbeiten, Joggen gehen und fit bleiben, das war ihr wichtig. Sie sah es als Challenge und wollte ihren Körper auf die Chemotherapie vorbereiten. Im Verlauf merkte sie dann, wie sehr der Körper mit der Krankheit und der Behandlung zu kämpfen hatte, da sie schlapper und müder wurde. Mit der Zeit konnte sie annehmen, dass ihr Körper die Energie für diesen Prozess benötigte und schonte sich entsprechend mehr.

 

Was ist das Schlimmste während der Krebserkrankung? 

Wo sollen Personen, die solch eine Situation durchlebt haben, bei der Frage anfangen, könnten wir denken. Als außenstehende Personen würden wir vielleicht vermuten, dass die Diagnose an sich der schlimmste Moment sein könnte. Für Madeleine ist die schlimmste Erinnerung an ihre Krankheit der Moment, in dem sie ihren Eltern sagen musste, dass sie Krebs hat. Generell auszusprechen: „Ich habe Krebs“. Sie tat sich schwer damit, nahestehenden Personen die Diagnose mitzuteilen, weil es für viele ein Schock war. Madeleine fing an sich zurückzuziehen in ihr engstes Umfeld, da sie bei anderen das Gefühl hatte sich verstellen zu müssen. Die einfache Floskel „Wie geht es dir?“ war in dieser Zeit nicht so leicht zu beantworten. Erst nach und nach bekam sie das Gefühl, sich nicht mehr verstellen zu wollen, sodass sie es auch Bekannten oder Arbeitskolleg:innen erzählte. Die Reaktionen seien dabei sehr unterschiedlich ausgefallen. Madeleine beschreibt es als „ganz verrückt“ und als „bunten Strauß an Reaktionen“. Wenn du erfahren möchtest, was Madeleine Hofmann noch geholfen hat, als sie sich hilflos, wütend und traurig fühlte, dann hör rein, in „Die Aufwärtsspirale“mit Madeleine Hofmann. 

 


Weiterführende Informationen


Für Betroffene

Alder, J. (2020). ACT in der Psychoonkologie. Ein Praxisleitfaden. Göttingen: Hogrefe. Zu beziehen über https://www.hogrefe.com/de/shop/act-in-der-psychoonkologie-92107.html#1+2 


Für Betroffene und Angehörige

Petermann-Meyer, A., Panse, J., Brümmendorf, T. H. (2021). Leben mit Krebs. Praktischer Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Behandelnde. Berlin, Heidelberg: Springer. Zu beziehen über https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-59166-6#about 

Beckmann, I. & Krebshilfe, D. (2020). Diagnose Krebs: Zusammen stark bleiben (Ein Ratgeber für Angehörige und Freunde) (1. Aufl.). Stiftung Warentest.


Digitale Gesundheitsanwendung („App auf Rezept“) für Krebserkrankte

Mika: https://www.mitmika.de/


Community und Foren

Yes We Cancer (inkl. App): https://yeswecan-cer.org/

PINK! Aktiv gegen Brustkrebs: https://www.pink-brustkrebs.de/


Digitale Anlaufstellen 

https://www.krebshilfe.de/blog/leitfaden-infosuche-bei-krebs-im-netz/ 

https://www.krebsinformationsdienst.de/service/adressen/psychoonkologen.php

https://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/diagnose-krebs.php 


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